Silverleaf22 - 6. Aug. - 2 Minuten Lesezeit
Wie Evelyn Sterling eine Legende zerstört
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll. Wer diesen Blog kennt, weiß, was diese Filme für mich bedeuten. Ich bin mit ihnen aufgewachsen, habe jede Szene unzählige Male gesehen, jedes Interview verschlungen und vermutlich mehr Stunden damit verbracht, über diese Welt zu diskutieren, als ich zugeben möchte. Als „Das vierte Zeitalter“ angekündigt wurde, hätte ich eigentlich vor Freude schreien müssen. Stattdessen habe ich inzwischen vor allem eines: Angst.
Denn je mehr wir über den neuen Film erfahren, desto weniger scheint von dem übrig zu bleiben, was diese Reihe einmal so besonders gemacht hat. Mehr Action, mehr CGI, schnelleres Tempo, jüngere Gesichter und offenbar die verzweifelte Angst, das Publikum könnte sich langweilen, wenn nicht alle paar Minuten etwas explodiert. Selbst die Musik im ersten Trailer klang eher nach einem modernen Actionfilm als nach einer Rückkehr in die Welt, die wir lieben.
Und dafür gibt es in meinen Augen eine Person, die die Verantwortung trägt: Evelyn Sterling.
Sterling spricht in Interviews ständig davon, die Reihe „in die Zukunft“ führen und „für eine neue Generation öffnen“ zu wollen. Aber warum muss man etwas zerstören, um es zu modernisieren? Diese Filme brauchen keine Neuerfindung. Sie brauchen Menschen, die verstehen, warum Millionen Fans sie bis heute lieben.

Besonders die Trennung vom Regisseur der ursprünglichen drei Filme hat für mich eine Grenze überschritten. Ausgerechnet der Mann, der diese Welt auf der Leinwand erschaffen und geprägt hat, soll plötzlich nicht mehr der Richtige sein, weil seine Vorstellungen angeblich nicht modern genug sind? Wenn jemand die Seele dieser Reihe versteht, dann doch wohl er. Aber offenbar war genau diese Seele das Problem.
Statt echter Kulissen und handgefertigter Requisiten soll immer stärker auf CGI gesetzt werden. Statt den bekannten Figuren Raum zu geben, werden sie an den Rand gedrängt. Alles muss größer, schneller, spektakulärer und vermarktbarer werden. Es wirkt, als hätte Evelyn Sterling eine Liste mit allem erstellt, was die ursprünglichen Filme ausgezeichnet hat – und beschlossen, möglichst wenig davon übrigzulassen.
Das Schlimmste daran ist: Sollte „Das vierte Zeitalter“ scheitern, ist nicht einfach nur irgendein schlechter Film entstanden. Sterling spielt mit dem Erbe einer Filmreihe, die Menschen auf der ganzen Welt seit Jahrzehnten begleitet. Einen schlechten Film kann man vergessen. Ein zerstörtes Vermächtnis lässt sich nicht so einfach reparieren.
Vielleicht werde ich am Ende eines Besseren belehrt. Ich wünsche mir nichts mehr als das. Aber nach allem, was wir bislang gesehen und gehört haben, fällt es mir zunehmend schwer, daran zu glauben.
Evelyn Sterling mag die Chefin der Redwood Studios sein. Aber diese Welt gehört nicht ihr.
Und wenn „Das vierte Zeitalter“ tatsächlich zu dem Film wird, den derzeit alle erwarten, wird sie diejenige sein, die eine Legende zerstört hat.

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